Freitag, 17 Juni 2016 21:50

JF - Berufsfeuerwehrtag 2016

Berufsfeuerwehrtag 2016

Ein ereignisreiches Wochenende hatten 15 Mädchen und Jungs der Jugendfeuerwehr Bad Königshofen Anfang Juni: Der jährliche Berufsfeuerwehrtag, organisiert durch viele Aktive und erstmals gemeinsam mit dem bayerischen Roten Kreuz, stand wieder an!

Am Freitag gegen 17 Uhr fand man sich im Gerätehaus ein um 24 Stunden lang "Berufsfeuerwehr zu spielen". Auf die Fahrzeuge RW, HLF und TLF verteilt begann die Schicht der "Berufsjugendfeuerwehr Bad Königshofen" mit der Vorbereitung des Abendessens.

Selbst für die verschiedenen Mahlzeiten waren Küchendienste eingeteilt und so machte sich der erste Küchendienste ans Grillen und Tisch decken.

Gegen 19 Uhr stand dann Unterricht auf dem Dienstplan. Zwei Aktive der Feuerwehr, die sich nebenbei im Rettungsdienst engagieren, übten und frischten Kenntnisse in erster Hilfe auf.

Es ging dabei vor allem um die korrekte Versorgung von Wunden, aber auch um die Ruhigstellung von Brüchen und das Auffinden bewusstloser Personen.

Um circa 21 Uhr endete der Unterrichtsabend über die "Dinge, die man ständig und jederzeit können muss", wie einer der Ausbilder am Ende anfügte.

Wie recht dieser doch hatte erfuhr man schon kurze Zeit später, als der erste Alarm für die Jugendfeuerwehr anstand.

"Schwerer VU bei der Firma Hartmann in Merkershausen" hieß es und die Fahrzeuge TLF, HLF und RW rückten gemeinsam mit einem RTW der BRK-Bereitschaft Bad Königshofen aus.

Als die Kräfte am Unfallort ankamen, stellte sich heraus, dass mehrere Personen zu versorgen waren, wobei eine noch im Fahrzeug eingeklemmt war.

Hier war nun das im Unterricht vermittelte Erste-Hilfe-Wissen gefragt, da die Leichtverletzten Wunden und zum Teil Armbrüche aufwiesen und die RTW-Besatzung sich primär um die schwerer verletzte eingeklemmte Person kümmern musste. Für die Jugendlichen stellte dies aber kein Problem dar. Sie stellten den Arm ruhig und versorgten Wunden mit Druckverbänden.

Während dieser Verletztenversorgung ging die Patientenrettung am PKW schon voran. Die Jugendlichen bereiteten die Bereitstellungsplane vor und die ersten Trupps gingen an die Vorbereitung zur Patientenrettung indem sie mit dem Glasmaster Versorgungsöffnungen herrichteten. Der erste Trupp konnte mit Schere zur Rettung am PKW vorgehen.

Damit jeder mal am Auto schneiden durfte wurde der Rettungstrupp für jede Säule ausgetauscht bis irgendwann das Dach abgenommen und die Patientin erfolgreich gerettet werden konnte. Mit einsetzendem Regen wurde die Einsatzstelle wieder verlassen.

Nun war es schon 23 Uhr und nach kurzem gemeinsamen Beisammensitzen und Unterhalten über den Einsatz begann die Nachtruhe.

Für 7:30 Uhr war Aufstehen geplant, aber, wie sollte es anders sein, um kurz nach sieben Uhr ertönte der Alarm-Gong im Gerätehaus, welcher die Besatzung des TLF zu einer Personensuche in den Kirchpark schickte und die Besatzung des HLF zu einer Rettung aus einem Obergeschoss.

Beides waren eher kleinere Einsätze, die schnell abgearbeitet waren. Jedoch ging es danach nicht gleich zurück, sondern die Fahrzeuge tauschten die Einsätze und jede Besatzung machte noch den anderen Übungseinsatz.

Außerdem wurden Hydranten an besonderen Stellen im Stadtgebiet überprüft.

Dabei lernte man wie ein Hydrantenschild aussieht und was es für Informationen enthält. Warum man dies nun übte, war für viele erstmal merkwürdig.

Zurück am Gerätehaus fuhr der neue Küchendienst einkaufen für das Frühstück, welches sich wohl alle verdient hatten. Um circa 9 Uhr war man mit dem Frühstück fertig und man begann mit dem Aufräumen dessen. Dieses wurde abermals durch einen Alarm unterbrochen.

"Verdächtige Rauchentwicklung am unteren Rot, eine Person vermisst" lautete die Alarmmeldung. Wieder gemeinsam mit der Bereitschaft des roten Kreuzes Bad Königshofen, die dieses Mal mit RTW und KTW ausrückte, trafen die "Berufsjugendfeuerwehrlehr" am Wohnhaus ein.

Es drang Rauch aus dem Haus und größte Eile war geboten, immerhin war eine Person noch vermisst und wieder andere standen noch an den Fenstern.

Die Besatzung des TLF musste ihr am Morgen gelerntes Wissen über die Hydranten anwenden. Relativ lange wurde ein Hydrant im Wohngebiet gesucht.

Von diesen Arbeiten bekam die HLF-Besatzung kaum etwas mit. Sie stellten mit Atemschutz-Nachbildungen den Rettungstrupp, der zügig in das Wohnhaus vorging. Gleichzeitig verlegten die Jugendlichen die ersten Schläuche für die Brandbekämpfung.

Währenddessen hat die TLF-Besatzung den Hydrant erfolgreich gesetzt und machte sich nun an die Rettung einer am Fenster stehenden Person über Steckleitern. Im relativ engen Garten stellte dies eine Herausforderung dar, die Zeit in Anspruch nahm.

Über Funk meldete der Rettungstrupp, dass die Person gerettet worden ist. Auch "Feuer aus" konnte schnell gefunkt werden und somit wurde das Haus entlüftet.

Der Trupp, der die Person über die Leiter retten wollte, stieg also nur noch zu dieser hinauf und begleitete diese durch das Treppenhaus nach draußen.

Nun wurde alles wieder auf die Fahrzeuge zurück geräumt, ins Gerätehaus eingerückt und die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge für einen eventuellen vierten Einsatz hergestellt.

Auf diesen Einsatz folgte der Dienstsport, welcher alle Jugendlichen forderte. Wenig Schlaf in der Nacht, Erschöpftheit vom großen Brandeinsatz davor, Hitze und auch Hunger waren so die Probleme, die den Sport anstrengender machten. Allerdings zog dann doch jeder das Programm durch und wurde am Ende mit Nudeln und leckeren Soßen, die der dritte Küchendienst gemeinsam kochte, belohnt.

Nach dem Mittagessen, also gegen 13 Uhr, ging es schon langsam wieder ans Aufräumen. Dabei dachte vielleicht schon mancher nichtmehr an einen Einsatz, als der Alarmgong doch noch einmal ertönte und einen Arbeitsunfall meldete.

Aus allen Ecken des Gerätehauses fand man sich wieder in den Fahrzeugen RW, TLF und MZF zusammen und rückte zur technischen Hilfeleistung aus.

Auf dem Dachboden einer Scheune hatte sich ein Person so verletzt, dass sie nichtmehr selber nach unten kommen konnte. Man einigte sich folglich darauf die Person schonend mit der Schleifkorbtrage über eine Leiter "runterrutschen" zu lassen. Mehrere Trupps stiegen dazu zum einen als Rettungspersonal zur Patientenversorgung, aber auch als Arbeitspersonal zum Herablassen der Schleifkorbtrage auf den Dachboden. Mit vereinten Kräften kam die Person heil unten an. Die Fahrzeuge rückten von der Einsatzstelle ab und rückten wieder in das Gerätehaus ein.

Dort ging es nun wirklich an das Aufräumen und Fahrzeuge reinigen. Mit der Zeit machte es die Runde, dass dies wohl der letzte Einsatz war, wenn gleich es auch keine offizielle Bestätigung gab.

In der Tat blieb der übrige Nachmittag einsatzfrei und die letzten Stunden wurde das Gerätehaus wieder von berufsfeuerwehrmässigem Zustand auf Normalzustand für die freiwilligen Aktiven gebracht.

Es ist schön, dass sich jedes Jahr einige Aktive Wochen vorher für die Planung dieser 24 Stunden zusammensetzen.

Allen beteiligten Übungsdarstellern, Übungsplanern, Maschinisten, Gruppenführern und Betreuern sei für die hervorragende Organisation gedankt.

Dabei ist die Firma Hartmann Abschleppdienste in Merkershausen hervorzuheben, die ein Fahrzeug für die VU-Übung zur Verfügung stellte.

Ein besonderer Dank geht auch an die BRK Bereitschaft Bad Königshofen, die durch das Stellen von Sanitätsdiensten bei zwei Einsätzen zusätzliches Einsatzfeeling schaffte und hervorragend mit der Jugend zusammenarbeite. Schön, dass diese Gemeinschaftsübungen realisiert werden konnten!

Alle zusammen haben zu guter Jugendarbeit beigetragen. Die Jugendlichen schätzen diesen Tag sehr und sind froh, dass ein solcher Tag voller Action und Spaß jährlich angeboten wird!

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