Montag, 27 April 2015 20:58

Atemschutzlehrgang 2015

Atemschutzlehrgang 2015

Am 13. April trafen wir, 19 freiwillige Feuerwehrleute, uns um gemeinsam am Atemschutzlehrgang teilzunehmen. Dieser, sich halbjährlich wiederholende Lehrgang, fand im Atemschutzausbildungszentrum des Landkreises Rhön-Grabfeld in Bad Neustadt statt. Den Kernteil der praktischen Ausbildung bildet die Atemschutzstrecke. Die „Strecke", wie sie intern genannt wird, ist ein extra für die Atemschutzausbildung konzipierter Parcours. Darin werden die Extremsituationen eines Atemschutzeinsatzes in einem brennenden Haus simuliert. Der Parcours lässt durch Umstecken der einzelnen Wandelemente verschiedenste Variationen zu. Die Atemschutzgeräteträger (AGT) durchlaufen die Strecke bei völliger Dunkelheit, die einzige Lichtquelle ist der fluoreszierende Helm der Feuerwehrleute.
Die Anwärter beginnen die Strecke in einem Belastungsraum, in dem ein Laufband steht und eine Endlosleiter montiert ist, denn auch der richtige Einsatz beginnt mit dem Weg vom Feuerwehrfahrzeug zum Brandort, der mit voller Montur möglichst schnell überwunden werden muss. Beim Betreten des zweiten Raumes findet der Trupp (Feuerwehr Bezeichnung für eine taktische Einheit bestehend aus 2 Personen: Truppführer und Truppmann) eine kleine Industrieanlage vor, in der spezifische Übungen durchgeführt werden können. Nach dem durchlaufen dieses Raumes betritt man den dritten Raum durch ein Schott. Dort erwartet einen ein Hindernislauf aus verschiedenen Tunneln, Röhren, Luken, Türen und Objekten, die meist kriechend und nur gemeinsam überwunden werden können. Der vierte und letzte Raum soll ein durchschnittliches Schlafzimmer darstellen, das mit Hilfe einer speziellen Absuch-Technik nach vermissten Personen durchsucht werden soll.
Im Gegensatz zu den früheren Jahren wurde diesmal der Schwerpunkt auf die Praxis gelegt. Der Montagabend widmete sich dem theoretischen Thema Atmung und Gerätekunde. Am Dienstag und Mittwoch wurde es spannender: endlich durften wir die volle Schutzausrüstung inklusive der Geräte anlegen. Wir führten „voll aufgerödelt" einige Konditionsspiele durch, wie zum Beispiel Völkerball, Handball und Fußball, und bekamen eine Ahnung von den Anstrengungen, die uns die nächsten Tage erwarten würden. Die Ausbilder führten uns Schritt für Schritt und durch kleine Wettkämpfe an das korrekte An- und Ablegen der Schutzkleidung und den Umgang mit den Geräten heran. Die weiteren Abende verbrachten wir mit Streckendurchgängen und Atemschutznotfalltraining. Zwischendurch gab es theoretische Unterrichte zu den Themen: Gefahren an der Einsatzstelle, Selbstschutz und belastende Einsätze.
Schlussendlich konnten nach einem schriftlichen Test und einem letzten überwachten Steckendurchgang alle Teilnehmer den Lehrgang erfolgreich abschließen.
Stolz nahmen wir die Urkunden entgegen, und beendeten den Kurs bei einer kleinen Brotzeit und geselligem Beisammensein. Bei einem DAB (Dienst-Abschluss-Bier) resümierten wir gemeinsam mit den Ausbildern über den Lehrgang und erzählten uns kleine Anekdoten, die uns während des Kurses passiert waren.
Der Lehrgang war physisch und psychisch sehr anspruchsvoll aber nicht minder spaßig und interessant. Ich möchte an dieser Stelle meinen Ausbildern für die zielgerichtete und gut organisierte Ausbildung danken, und hoffe mit meinem neu erlernten Können so oft wie möglich jemandem helfen zu können.


Fabian Wolf
Lehrgangsteilnehmer

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