Sonntag, 08 Oktober 2017 10:42

Bericht Gruppenführerlehrgang vom 31.07.2017 bis 04.08.2017

Nachdem am Anreisetag die Zimmer bezogen und der Zimmerkamerad kennengelernt war, rückten wir gemeinsam in den Hörsaal ein. Die Ausbilder stellten sich vor und anschließend gab es eine Unterweisung die organisatorischen Belange betreffend. Dieser Montag stand ganz im Zeichen der Erkundung, Lagefeststellung und Lagemeldung. Nach einem sehr detaillierten Unterricht begaben wir uns in die große, unnötig zu erwähnen, neue Übungshalle. Wir wurden nun in Gruppen zu je 12 Personen aufgeteilt, um die Ausbildung ausführlicher und auf die jeweilige Wehrgröße zugeschnitten, durchführen zu können. Es wurden jetzt vom Ausbilder Szenarien eingespielt, bei denen der Reihe nach jeder einmal eine Erkundung durchführen und eine Lagemeldung abgeben musste. Diese Szenarien reichten von Rauchmelderauslösung über Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person bis hin zu Wohnungsbrand. Diese Übungen verliefen im Großen und Ganzen erfolgreich ab, kleinere Ausstellungen wurden beseitigt.

Dienstags war es Ziel, der Erkundung einen konkreten Einsatzbefehl anzuschließen. Dazu wurde morgens ein theoretischer Unterricht abgehalten, der durch eine kurze Diskussion und Fragen in die Runde aufgelockert. Nun ging es erneut in die Praxis. Die Fallbeispiele ähnelten in ihrer Komplexität denen von Montag, das Niveau war allerdings erhöht worden. Nun wurden die Einsatzstellen tatsächlich mit einem Löschgruppenfahrzeug angefahren und der Einsatz fiktiv abgearbeitet. Dies wurde damit begründet, dass der taktische und nicht der technische Aspekt im Vordergrund stand. Die Übungen wurden fortan nicht mehr nur vom Ausbilder, sondern auch von drei Kameraden aus der Kursgruppe, denen stets die Möglichkeit gegeben wurde die Übungen zu begutachten und negative wie positive Aspekte in der anschließenden Übungsbesprechung hervorzuheben, bewertet.

Am Mittwoch wurde mit einem Simulationsprogramm ein Planspiel vorgenommen. Wir wurden virtuell durch eine Lage geführt, mussten diese dann bewerten und unsere Maßnahmen schriftlich und skizzenartig festhalten. Anschließend besprachen wir mit dem Ausbilder mögliche Lösungen. Nach dem theoretischen ging es zum praktischen Teil über. Im Fokus standen die Anwendung der zuvor erlernten Fähigkeiten und weitere Maßnahmen an der Einsatzstelle. Das war sehr lehrreich und dank der komplexen und „schwierigen“ Lagen auch sehr fordernd für den jeweiligen Gruppenführer. Unterbrochen wurde das Ganze durch einen Unterricht aller Gruppen zum Thema „Führungskompetenz“. Dieser Vortrag war sehr interessant, da er über den eigenen Horizont hinaus blicken ließ. Tagesabschließend wurde noch ein kurzer Vortrag über die Führungsstruktur an Einsatzstellen abgehalten. Dieser stellte verschiedenen Führungsfunktionen unterschiedlicher Führungsdienstgrade anschaulich dar.

Am Donnerstag wurde zuerst eine Gruppenarbeit mit dem Thema: besondere Gefahren an der Einsatzstelle durchgeführt. Nachdem diese präsentiert wurden, ging es für meine Gruppe mit einer PC-simulierten Taktik-Übung weiter. Das ausgewählte Szenario lautete: „Verkehrsunfall, ein Kfz und ein LKW auf einer Brücke.“ Beide Fahrer der Fahrzeuge waren eingeklemmt. Nach einer kurzen Bearbeitungszeit (Lage, Meldung, Maßnahmen, Gefahren) wurde das Ganze in offener Runde besprochen und verschiedene Einsatzverläufe dargestellt. Nach dem Mittagessen wurde nahtlos an die Übungen vom Mittwoch angeknüpft. Selbstverständlich wurde am vierten Lehrgangstag das Niveau erneut gesteigert. Die Szenarien reichten nun von Verkehrsunfall, mehrere Personen eingeklemmt über einen Tiefgaragenbrand bis hin zu einem BMA Alarm Hochhaus.

Der fünfte und letzte Tag begann mit dem Schreiben des Abschlusstests. Danach fuhren wir mit dem Programm vom Donnerstag fort. Es wurden einige besondere Einsatzlagen eingespielt wie zum Beispiel: Suizidversuche, eilige Türöffnung, Unfälle mit automatischen Steuerungen (BMA). Sehr Lehrreich war auch der praktische Unterricht zum Thema RWA (Rauch und Wärme Ableitanlage).

Der Lehrgang wurde abschließend vom stellvertretenden Schulleiter beendet, der uns auch unsere Zeugnisse aushändigte. Mein persönliches Resumée fällt sehr positiv aus, da nicht nur eine überaus funktionale Übungshalle angeschafft wurde, sondern auch eine wunderbare Vermittlung der Lehrinhalte erfolgte. Der Lehrgang war sehr praxisorientiert und brachte mir persönlich mithilfe von „Standartverfahren“ eine große Handlungssicherheit. Jetzt fühle ich mich gewappnet für den Platz im Fahrzeug „ Vorne Rechts.“

In diesem Sinne: Gott zur Ehr‘ dem nächsten zur Wehr!

Fabian Wolf

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