CSA Lehrgang
Lehrgang für Träger von Chemikalienschutzanzügen
Am 15.05.09 und 16.05.09 wurde im Gerätehaus ein Lehrgang für die Atemschutzgeräteträger im Umgang mit dem Chemieschutzanzug (CSA) durchgeführt. Dafür sind die Ausbilder, die am Gerätewagen Gefahrgut (GWG) verantwortlich sind mit dem Fahrzeug nach Bad Königshofen gefahren. 8 Wehrleute der Feuerwehr Bad Königshofen nahmen daran teil. Nach den theoretischen Grundlagen über Gefahrstoffe, deren Kennzeichen und über die besonderen Gefahren der Einsatzstelle, ging es gleich an die Praktische Umsetzung. Nur im Teamwork ist es möglich einen Atemschutzgeräteträger in einen CSA zu verpacken. Danach ging der Belastungstest los. Eingezwängt in den Anzug mussten die Teilnehmer ein Fußballmatch hinlegen.
Ganz schon anstrengend: Man sieht wenig, man hört die Umwelt minimal, man schmort im eigenen Saft und attraktiv sieht es sowieso nicht aus! Danach die Einsatzübung. Es fühlt sich eigenartig an, wenn aus Fässern und Leitungen unbekannte Flüssigkeiten auslaufen und man muss da hin. Abdichten, Material aus großer Distanz beischleppen, Verletzte sichten und retten, Tode bergen...
Viele Handgriffe sind zu tun, das lenkt ab und dennoch schleicht die Angst mit. Klar, bei der Übung ist es Wasser, aber bei einem echten Unglück? Wie ätzend ist das Zeug, explodiert gleich alles und wir stehen mitten drin? Komm ich rechtzeitig aus dem Anzug raus? Können wir wirklich etwas ausrichten? Dann bricht ein Kamerad zusammen (gehört zur Übung!). Jetzt schnell reagieren und den Bewusstlosen retten und zur Dekontamination bringen.
Übungsende. Geschafft!
Bei der Übergabe der Urkunde frage ich mich, ob die Entscheidung, an der CSA-Ausbildung teilzunehmen, richtig war? Ja, war es! Denn es ist besser, sehr gut ausgebildet und vorbereitet einem Einsatz zu begegnen, als tatenlos daneben zu stehen und nichts machen zu können. An die Ausbilder sei an dieser Stelle ein dickes Lob ausgesprochen. Die Ausbildung verlief differenziert und fair. Ihr habt uns für den Ernstfall gut ausgebildet. Danke!
430 Mio. Tonnen Gefahrguter werden täglich in Deutschland transportiert. Die Hälfte davon auf den Strassen. Was sind Gefahrguter? Gefahrguter sind flüssige, feste oder gasförmige Stoffe, die Menschen, Tiere und die Umwelt gefährden. Diese Stoffe können giftig und/oder entzündlich und/oder explosiv sein und werden in unterschiedlichsten Behaltern transportiert. Gefahrgüter müssen immer gekennzeichnet sein, damit bei einem Unfall die Rettungskräfte schon von außen erkennen können, um welchen Stoff es sich handelt und welche Gefahren davon ausgehen. Rettungskräfte sind in dem Fall zuerst einmal die Feuerwehren, weil sie schnell vor Ort sind und für Erstmaßnahmen ausgebildet werden und ausgerüstet sind. Ein Gefahrgutunfall zieht aber immer einen großen Pool hinter sich her. Je nach Einsatzgröße werden viele Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung und sehr viel Personal von Feuerwehren, THW, BRK, Entsorgungsfachfirmen benötigt. Klingt doch erst einmal sehr spannend. Für mich hat es den Anschein, das eine Art Wettrüsten entstanden ist: Je besser Rettungskräfte an Ausbildung und Ausrüstung versorgt sind, um- so mehr Gefahrguter werden in immer größeren Mengen transportiert.
Nur hinken unsere Möglichkeiten den Entwicklungen im Gefahrgutverkehr hinterher. Ist das im Sinne des Bevölkerungsschutzes? Es hofft halt jeder, dass es bei nicht zu einem solchen Unglück kommt. Ich hoffe es natürlich auch. Trotzdem oder genau deswegen wird fleißig geübt und ausgebildet. Ist ja auch sinnvoll. Es braucht nur immer wieder die Freiwilligen, die Zeit und Muhen auf sich nehmen, um den gesetzlichen Vorgaben des Bevölkerungsschutzes zu genügen. Gerade CSA und Atemschutz braucht regelmäßige Übungen. Wie lange erklären sich Menschen noch bereit, ehrenamtlich und unentgeltlich den Kopf hinzuhalten? Unsere Personaldecke wird immer dünner. Da kann ein Umdenken der Kommunen und des Staates in den Strukturen der Ehrenamtlichkeit nur hilfreich sein, um ein solches Ehrenamt auch weiterhin attraktiv zu erhalten. Ein paar Ideen liegen schon in der Schublade: Steuererleichterung, Vergünstigungen beim Einkaufen und in öffentlichen Einrichtungen, Zusatzrente, Erleichterungen bei Bauantragen. Darüber muss halt auch mal am runden Tisch beraten werden. Gemeinsam ist mit Sicherheit eine gute Losung erreichbar. Nur sollten sich Vertreter aller Seiten bald treffen, bevor eine Feuerwehr nicht mehr ausrücken kann, weil zu wenige da sind. Dir vor, es brennt und keiner geht hin!" Lieber nicht!
Im Rauch sind sehr gesundheitsschädliche Giftstoffe, die beim einatmen in den Körper gelangen und zum Teil dauerhafte Schäden im Organsystem verursachen (Rauchvergiftung ist die häufigste Todesursache bei Gebäudebränden!). Um die Feuerwehrleute im Einsatz davor zu schützen wurden Pressluftatmer entwickelt. So ist es möglich, ein Feuer aus nächster Nähe wirkungsvoll zu bekämpfen. Ein weiteres Aufgabenfeld sind auch Einsätze in Siloanlagen oder mit Chemieschutzanzug (näheres s. nächste Seite), der Einsatzkräfte vor gefährlichen Dämpfen und Stoffen schützt. Ach ja, Tauchen kann man damit nicht.
Atemschutzgeräteträger kann jede/r Feuerwehrdienstleistende sein, die/der